Dr. Pierre-Michael Meier

Strategic Health Information Management

Hat Deutschland beim Kampf gegen die Pandemie bisher so gut abgeschnitten, weil hierzulande die Pandemie in 2012 simuliert worden war?
Scrollen Sie bitte zur Risikoanalyse der Bundesregierung zum Bevölkerungsschutz aus dem Jahr 2012.

Was haben wir denn in Deutschland in den sieben Jahren seit den Ergebnissen der Simulation umgesetzt? 

Was zu tun gewesen wäre:
1. Bevorratung (Respiratoren, Beatmungsgeräte, Intensiv-Plätze, Infrarot-Fieber-Kameras, Masken, etc. / Wiederaufbau der „Friedensreserve“)

2. Einrichten des Berichts-/Meldewesens (Anzahl Beatmungsplätze und tatsächlich beatmete Patienten etc.)
Sehen Sie die BMG-Anordnung vom 08.04.2020 zur Meldung von Intensivplätzen, beatmet - nicht beatmet, etc. ans DIVI IntensivRegister.

3. Standardisierung von Prozessen (Fieberkontrolle an neuralgischen Punkten, Sonderbehandlung und Nachverfolgung  von Personen mit Fieber, etc.).

4. Aufbau von Strukturen (separierte stationäre und „mobile“ Fieberambulanzen für entsprechend Erkrankte etc.).

5. Interaktion institutioneller elektronischer Patientenakten (EPAs) mit individuellen elektronischen Gesundheitsakten (EGAs) zur Gesundheitsversorgung des kranken Bürgers und zur Gesunderhaltung der nicht erkrankten BürgerInnen.

 

Was wurde stattdessen in diesem Zeitraum getan:

Gesundheits- und Katastrophendienstleistern wurden die Gelder gekürzt (Mittel für Investitionen und Betriebskosten) - dies sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung. In der stationären Versorgung, in den Kliniken liegt die Versorgung der schweren Fälle. In Kliniken wurden geplante OPs abgesagt; Kranke warten daher auf ihre OPs, und Intensivbetten werden für potentielle Covid-Erkrankte freigehalten. 

Neben vielen anderen Fragen für unsere Gesellschaft und unsere Volkswirtschaft stellen sich  somit abschließend drei handfeste Fragen: 

1. Wann tun wir endlich das, was auf Basis der Simulation aus 2012 zu tun gewesen wäre - als verantwortungsvolle Vorbereitung auf künftige Katastrophen?

2. Wie werden freie Kapazitäten finanziert (Kliniken melden Kurzarbeit an)?

3. Wollen wir ethisch das Freihalten von Kapazitäten für potentielle Patienten über das Verschieben von OPs für tatsächlich kranke Personen stellen?

Unsere politischen Entscheidungsträger wussten schon früh was zu tun ist und haben die Simulation international aufgezeigt, für eine globale gesundheits- und sicherheitpolitische Vorbereitung geworben und keine Unterstützuung erfahren.
Handeln ist nun angesagt, und - für die Zukunft - ruhig mal vorangehen, wenn im ersten Schritt auch nicht gleich alle anderen mit dabei sind.